SEELSORGEEINHEIT BAD WALDSEE

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Nachfolge Jesu – eine radikale Sache. Eine Befreiung zum Leben.

Ja, ich habe ihn lieb gehabt

Liebe Gemeindemitglieder,
liebe Bürgerinnen und Bürger,
liebe Gäste,

ich denke, Sie kennen mich: Johannes, der Fischer aus Galiläa. Ich war von Anfang an mit ihm zusammen, als man ihm applaudierte und huldigte, und auch, als man ihn umbrachte. Und ich bereue keine Sekunde. Jetzt bin ich über neunzig, ein Greis, der nicht sterben kann, und ich lebe immer noch von diesen paar Jahren mit Jesus. Ich weiß noch genau, wie es anfing: Damals gehörte ich zu den Jüngern des Täufers, der Johannes hieß wie ich. Er hatte uns auf Jesus aufmerksam gemacht. Ich sah ihn, hörte ihn und spürte: Das ist der, auf den wir gewartet haben.

Wir ließen unsere Fischernetze liegen und gingen mit ihm. Wir, das waren Simon und Andreas, Fischer wie ich, und mein Bruder Jakobus. Sollten Sie am Sonntag in die Kirche gehen, in eine katholische, dann hören Sie im Evangelium unsere Geschichte (Mk 1,14-20).

Wir warfen auf dem See Genezareth unsere Netze aus. Plötzlich sprach uns ein Mann an, der am See entlangging. „Kommt her“, rief er. „Folgt mir nach! Ich werde euch zu Menschenfischern machen.“ Das klang witzig – und es klang unwiderstehlich, ich weiß auch nicht warum. Man konnte sich dieser Einladung kaum entzie- hen. Simon und Andreas gin- gen sofort los, ohne ihre Netze einzuholen. Mein Bruder Jakobus und ich, wir ließen unseren Vater Zebedäus im Boot zurück – er war mit uns auf den See hinausgefahren –, und wir vier schlossen uns Jesus an.

Ich muss verrückt gewesen sein – damals. Von einer Stunde zur andern gab ich meinen Beruf und mein Zuhause auf, um mit einem Wanderprediger, den ich noch kaum kannte, durch die Lande zu ziehen. Aber wie gesagt, bereut habe ich es nicht. Er war der Weg und das Leben für uns alle. In ihm ist Gott den Menschen zum Greifen nahe gekommen. Ein Gott, der unser Glück will und dessen Liebe grenzenlos ist.

Ihr mögt mich für sentimental halten, aber wer Jesus begegnete, wusste, dass es so war. Ich war dabei, als er die Verzweifelten tröstete und die Kranken gesund machte. Ich habe wohl wenig begriffen. Wer weiß, ob ich seine Liebe überhaupt verdient habe. Als man ihn verhaftete, lief ich voller Angst davon.

Jetzt sind wir schon eine statt- liche Gemeinde, man nennt uns die „Christen“ – nach ihm. Ja, ich habe ihn immer noch lieb. Und ich weiß, dass er nie richtig weggegangen ist von uns. Und Sie? Haben Sie nicht auch Lust, ein wenig verrückt zu sein? Oder haben Sie Angst? Es ist schon richtig: Diesem Jesus zu folgen, das verlangt einen radikalen Schnitt. Nein, Sie müssen keine lieb gewon- nenen Menschen im Stich lassen wie manche von uns damals, im Gegenteil: Sie sol- len ihnen Ihr Herz öffnen. Aber Sie werden nicht mehr weiter- leben können wie bisher – Sie werden es auch gar nicht mehr wollen. Ihre Werteskala, Ihre Ziele, Ihr Selbstbild, das alles wird gehörig durcheinander geraten. Götzenbilder stürzen vom Thron. Leistung, Konsum, Fitness, Schönheit, Selbst- verwirklichung – alles nicht mehr so wichtig. Plötzlich gibt es einen inneren Reichtum, eine persönliche Würde, eine Tiefendimension des Lebens, die unabhängig davon gilt, ob jemand funktionstüchtig, finanziell abgesichert, attraktiv und auf der Höhe der Zeit ist. Es könnte eine Katastrophe für Ihr Leben sein – eine wun- derschöne, befreiende Katastrophe. Lassen Sie ihre Netze liegen!

Christian Feldmann
(Theologe, Buch- und Rundfunkautor)

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