SEELSORGEEINHEIT BAD WALDSEE

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„Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass ein Reicher in das Reich Gottes gelangt“, heißt es im Evangelium des kommenden Sonntags. Das liebe Geld und der liebe Gott

Liebe Gemeindemitglieder,
liebe Bürgerinnen und Bürger,
liebe Gäste,

wenn wir am kommenden Sonntag im Evangelium hören: „Eher geht ein Ka- mel durch ein Nadelöhr, als dass ein Reicher in das Reich Gottes gelangt“, dann begegnet uns eine der umstrittenen Stellen in der Bibel. Denn dieser Satz hat vor allem unter den Reichen immer wieder dafür gesorgt, dass sie sich empört haben. Und so haben Theologen immer wieder versucht, diese Stelle anders zu übersetzen oder zu interpretieren.

Eine Interpretation bezieht sich auf das Kamel, was auf Griechisch kàmelos heißt. Kamilos wiederum heißt Schiffstau und das wäre ja zugegebe- nermaßen ein bisschen leichter einzufädeln als ein Kamel. Die Aufgabe bliebe aber immer noch groß.

Andere Zweifler beziehen sich auf das Nadelöhr. Damit sei eine enge Gasse mit einem niedrigen Tor in Jerusalem gemeint. Dort passe nur ein einzelner Mensch ohne Gepäckstücke durch. Inzwischen weiß man aber: Das Tor hat es nie gegeben.

Ich glaube, es hilft alles nichts. Der Satz ist einfach typisch Jesus und drückt eine unangenehme Wahrheit aus: Es ist verdammt schwer, reich zu sein und gleichzeitig glücklich. Denn es ist schwer, mit Geld richtig umzugehen.

Genug Geld zu haben, das ist ein Segen. Von Geldsegen redet man ja auch, wenn jemand unerwartet zu Wohlstand kommt. Geld beruhigt, das ist keine Frage. Man kann viele Probleme lösen, wenn man genügend Geld hat.

Letzte Woche haben wir ja Erntedank gefeiert (an diesem Sonntag wird das Fest in Michelwinnaden nachgeholt). In den Erntedankgottesdiensten wird gerne ein Gleichnis von Jesus verkündet, das vom reichen Kornbauern. Der hat sich vorgestellt, wie es sein könnte: Irgendwann würde er genug Ernte / Geld / Reichtum haben. Dann könnte er sich Ruhe gönnen, essen und trinken und das Leben genießen (Lk 12, 16-21). Geld beruhigt. Sollte man meinen. Aber, erzählt Jesus in seiner Geschichte, das ist anscheinend nur ein schöner Traum vom Geld.

Die Realität sieht anders aus. In Wirklichkeit nämlich macht sein Wohlstand den reichen Mann unruhig. Wo soll ich meine Ernte lagern, fragt er sich - und fängt an, die Scheunen abzureißen, damit er neue, bessere und größere bauen kann. Er muss ja Platz schaffen auch für kommende Ernten. Man weiß ja nie. Besser man sorgt vor und geht auf Nummer sicher. Man muss schon gut überlegen, wo und wie man seinen Wohlstand anlegt. Und wenn es andere, bessere Anlagemöglichkeiten gibt - dann sollte man zugreifen. Raus aus den alten Anlagen und das Geld in neue stecken, die sicherer sind und mehr einbringen.

Der reiche Mann, von dem Jesus erzählt, macht sich Sorgen. Und hat immerzu das Gefühl: Es reicht noch nicht. Ich habe mein Leben noch nicht genug abgesichert. Anscheinend schläft er sogar schlecht, trotz seiner guten Geschäfte. Er hört nämlich Gott reden. Der sagt zu ihm: „Wenn ich nun dein Leben von dir zurückfordere: Was nützt dir dann dein Wohlstand?“ Und Jesus kommentiert seine Geschichte: „So geht es dem, der für sich selbst Schätze anhäuft - und bei Gott nichts besitzt.

Was könnte man denn haben, was bei Gott zählt? Was einen wirklich ruhig macht, damit man besser schlafen kann?

Glaube, Hoffnung und Liebe, zählt die Bibel auf. Das ist es, was am Ende zählt. Der Glaube, der einen trägt. Ich würde vielleicht lieber sagen: Das Vertrauen, dass Gott mich nicht allein lassen wird. Dass er die Probleme wahrscheinlich nicht löst für mich. Aber dass er mir hilft, ruhig zu bleiben, Geduld zu haben, dass er mir Möglichkeiten zeigt und mir Menschen schenkt, die mit mir gehen. Das ist sicherer als jede Geldanlage, glaube ich.

Und Hoffnung. Die Hoffnung, dass ich in Gottes Welt bleiben werde, auch wenn mein Leben zu Ende geht. Und dass dann Tränen und Schmerz und Geschrei zu Ende sein werden. Diese Hoffnung macht die Sorgen kleiner, die einen beunruhigen, finde ich.

Und die Liebe? Die lehrt mich, dass man das nicht kaufen kann, was wirklich wichtig ist. Geld ist dann gar nicht so entscheidend. Und deshalb kann es ein Segen werden, nicht nur für die, die es haben. Sondern auch für die, die es brauchen.

Pfr. Stefan Werner


MEDIZINISCHE MASKEN SIND IM GOTTESDIENST PFLICHT

adobestock 330257860 bearbeitetNeben den bisher schon geltenden Maßgaben zur Feier von Präsenzgottesdiensten tritt nun die Pflicht, dass alle Personen im Gottesdienst einen medizinischen Mund-Nasen-Schutz tragen müssen. Als „medizinische Maske" gelten sogenannte OP-Masken (Einwegmasken) und Masken der Standards KN95/N95 und FFP2.

Alle aktuelle Corona-Maßnahmen findet ihr in unserem Dossier: https://www.drs.de/dossiers/corona.html 

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Evangelium Tag für Tag

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