St. Peter - Bad Waldsee
Die Pfarrkirche St. Peter ist wie kein anderes Gebäude stadtbildprägend.
Mehr erfahrenDie Pfarrkirche St. Peter ist wie kein anderes Gebäude stadtbildprägend.
Mehr erfahrenLiebe Gemeindemitglieder,
liebe Bürgerinnen und Bürger,
liebe Gäste,
viele Menschen, auch viele Gläubige tun sich schwer mit dem Hl. Geist. Für mich ist es die unsichtbare Kraft, die immer wieder Dinge so zusammenfügt, wie wir es uns selber gar nicht vorstellen können. Wenn „zufällig“ Dinge zusammenpassen, an die so nicht gedacht wurde. Also göttliche Führungen und Fügungen, über die wir nur staunen können.
Das zeigt für mich der kommende Sonntag:
Es ist ja der Sonntag der Weltmission und zugleich der Sonntag, in dem in unserer Seelsorgeeinheit Bad Waldsee zusammen mit der Seelsorgeeinheit Oberes Achtal 77 Jugendliche das Sakrament der Firmung empfangen. Und die geistgewirkte Fügung: beides steht unter dem Geleitwort „sei mutig und stark“
Das Firmteam hat sich schon Anfang des Jahres für dieses Motto als Überschrift über den Firmweg 2026 entschieden. Und jetzt sind das auch die Worte, die über dem Sonntag der Weltmission stehen. Die Worte, die in der Bibel Josua von Gott zugesprochen werden und mit denen Gott deutlich machen will: Ich bin an deiner Seite; ich stehe dir bei; fürchte dich nicht.
Denn Josua erhält eine große Aufgabe. Nach dem Tod von Moses soll er die Leitung der Israeliten übernehmen, die 40 Jahre lang durch die Wüste gezogen waren. Nach den biblischen Angaben umfasste dieses Volk damals wohl weit über eine Million Menschen. Nun liegt die Verantwortung für das Wohlergehen all dieser Menschen in Josuas Händen. Die Bibel berichtet kaum etwas darüber, wie er sich in dieser Situation fühlte. Aber man kann ahnen, wie schwer die Last gewesen sein muss, die auf seinen Schultern ruhte. Auch Gott weiß wohl um diese Last. Deshalb versichert er Josua: „Ich lasse dich nicht fallen und verlasse dich nicht. Sei mutig und stark.“
Die meisten von uns tragen nicht die Verantwortung für so viele Menschen. Und doch kennen auch wir Situationen, in denen die Herausforderungen übergroß scheinen, uns Sorgen plagen und wir das Gefühl haben, an unsere Grenzen zu kommen. Um in solchen Momenten nicht zu verzweifeln, braucht es die Gewissheit, dass wir nicht allein sind. Schon die Erfahrung, dass es Menschen gibt – Freunde oder Familie –, die uns beistehen, kann dann eine große Hilfe sein. Zugleich wissen SONNTAG DER WELTMISSION UND FIRMUNG wir jedoch, dass menschlicher Beistand, so wertvoll er auch ist, in seinen Möglichkeiten endlich ist. Nicht selten stoßen wir an Grenzen des Machbaren. Schon der heilige Benedikt empfiehlt deshalb: „Für alles, was uns von Natur aus kaum möglich ist, sollen wir die Gnade und Hilfe des Herrn erbitten.“ (RB Prol. 41) Gott kennt nicht nur all unsere Nöte und Ängste. Er steht an unserer Seite – auch dort, wo menschliche Hilfe nicht hinreicht.
„Sei mutig und stark.“ – dieser Zuspruch Gottes gilt jedem und jeder Einzelnen von uns. Das gilt für unsere 77 Jugendlichen genauso wie für die Menschen in Madagaskar, dem Beispielland der diesjährigen Weltmissionskampagne.
Mut braucht es, sich in unserer Zeit für Kirche und Glaube zu entscheiden. Mut braucht es, als junger Mensch in unsicheren Zeiten tatsächlich als Christ, als Christin zu leben. Mut braucht es in Madagaskar jeden Tag: für Familien, die nach Zyklonen wieder neu anfangen müssen. Für Kinder, die früh Verantwortung übernehmen und oft nur wenige Jahre zur Schule gehen können. Für Menschen, die trotz großer Herausforderungen ihren Glauben und ihre Hoffnung nicht verlieren…
Und der göttliche Mut-Bringer ist für mich der Hl. Geist. Und so bete ich für Sie, für unsere Firmbewerberinnen und Firmbewerber und für die Menschen in Madagaskar: Komm. Hl. Geist, erfüllte die Herzen deiner Gläubigen mit Mut und Stärke.

Pfarrer Stefan Werner
Bilder: factum.adp / In: Pfarrbriefservice.de
Weltmissionssonntag
Weltmissionssonntag
INFOABEND AM DIENSTAG 03.11.2026 UM 19.00 UHR IM KATH. GEMEINDEHAUS BAD WALDSEE